Gebühren für Notariatsdienstleistungen im Kanton Luzern
Hinweise für Konsumentinnen und Konsumenten
Preisbekanntgabeverordnung (PBV) Art. 10 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2


Gesetzliche Grundlage:  Verordnung des Kantons Luzern über die Beurkundungsgebühren vom 24. November 1973 geregelt (BeurkGebV, SRL Nr. 258)

 


1. Ehevertrag (§16 BeurkGebV)
Abschluss, Abänderung oder Aufhebung (§ 16 der Verordnung über die Beurkundungsgebühren) Entsprechend Bedeutung und Schwierigkeit der Sache, Arbeitsaufwand und Zeitdauer der Inanspruchnahme (CHF 250.00/h zzgl. MwSt), mindestens CHF 500.00, höchstens CHF 3‘000.00.



Sind vom Vertrag Grundstücke betroffen oder muss ein Inventar erstellt werden: die
Notariatsgebühr berechnet sich nach dem Grundstück- oder Inventarwert. Gleich behandelt
werden Vermögensverträge nach Art. 25 Partnerschaftsgesetz (PartG).



2. Testamente, Erbverträge (§ 19 BeurkGebV)
Die Notariatsgebühr richtet sich wie folgt nach dem Verfügungswert:


  • 2‰ vom Verfügungswert bis CHF 500 000

  • plus 1,5‰ vom Mehrbetrag über CHF 500 000 bis CHF 1 000 00

  • plus 1‰ vom Mehrbetrag über CHF 1 000 000 bis CHF 5 000 000

  • plus 0,3‰ vom Mehrbetrag über CHF 5 000 000 bis CHF 10 000 000

  • plus 0,2‰ vom Mehrbetrag über CHF 10 000 000


Die Gebühr beträgt mindestens CHF 500.00.


Für die Berechnung der Gebühr sind gegenüber dem Notar die Vermögensverhältnisse bekannt zu geben. Abänderung von Testament oder Erbvertrag oder deren Errichtung, wenn kein Verfügungswert ermittelt werden kann: nach Bedeutung, Schwierigkeit und Zeitaufwand (CHF 250.00/h zzgl. MwSt), mindestens CHF 150.00, höchstens CHF 2‘000.00.


Aufhebung von Testament oder Erbvertrag: nach Bedeutung, Schwierigkeit und Zeitaufwand (CHF 250.00/h zzgl. MwSt), mindestens CHF 150.00 höchstens CHF 300.00.



3. Verträge auf Eigentumsübertragung (§ 21 BeurkGebV)
Die Notariatsgebühr richtet sich wie folgt nach der Vertragssumme:


  • 3‰ der Vertragssumme / des Katasterwerts, bis CHF 500 000

  • plus 2,5‰ vom Mehrbetrag über CHF 500 000 bis CHF 1 000 000

  • plus 2‰ vom Mehrbetrag über CHF 1 000 000 bis CHF 5 000 000

  • plus 1‰ vom Mehrbetrag über CHF 5 000 000 bis CHF 10 000 000

  • plus 0,2‰ vom Mehrbetrag über CHF 10 000 000


Die Gebühr beträgt mindestens CHF 500.00.


Bei einer Eigentumsübertragung fallen zusätzlich Grundbuchgebühren im Umfang von 2‰ der Vertragssumme, allenfalls Handänderungssteuern in der Höhe von 1,5% und allenfalls Grundstückgewinnsteuern an. Die Handänderungssteuer hat nach Gesetz der Käufer und die Grundstückgewinnsteuer der Verkäufer zu übernehmen.



4. Errichtung / Abänderung von Grundpfandrechten (§ 29 BeurkGebV)
Die Notariatsgebühr richtet sich wie folgt nach der Pfandsumme:


  • 2‰ der Pfandsumme, bis CHF 500 000

  • plus 1,25‰ vom Mehrbetrag über CHF 500 000 bis CHF 1 000 000

  • plus 0,75‰ vom Mehrbetrag über CHF 1 000 000 bis CHF 5 000 000

  • plus 0,5‰ vom Mehrbetrag über CHF 5 000 000


Die Gebühr beträgt mindestens CHF 300.00.
Bei der Eintragung von Pfandrechten fallen zusätzlich Grundbuchgebühren im Umfang von 2‰ der Pfandsumme an.


Umwandlung, Aufteilung und Verlegung von Pfandrechten sowie Pfandrechtserneuerung und weitere Verrichtungen im Zusammenhang mit Pfandrechten: Preis auf Anfrage.
Bei anderen Änderungen beträgt die Gebühr CHF 200.00 bis CHF 500.00.



5. Errichtung von Dienstbarkeiten (§ 26 BeurkGebV)
Die Gebühr beträgt nach Bedeutung, Schwierigkeit und Zeitaufwand zwischen CHF 200.00 und CHF 5'000.00.


Errichtung von selbständigen und dauernden Baurechten: Gebühr auf Anfrage.



6. Begründung Stockwerkeigentum (§ 24 BeurkGebV)
Die Begründung von Stockwerkeigentum ist in der Regel kein Konsumentengeschäft. Grundlagen der Berechnung sind der Bodenwert und die Baukosten. Der Notar gibt gerne Auskunft über die Gebührengestaltung.



7. Beglaubigungen (§ 11–13 BeurkGebV)


  • Einer Unterschrift: CHF 50.00

  • Von Kopien: mindestens CHF 10.00, höchstens CHF 20.00 für die erste und mindestens CHF 2.00, höchstens CHF 5.00 für jede weitere Seite

  • Einer Übersetzung: nach Anfrage



8. Kapitalgesellschaften (§ 37 BeurkGebV)
Die Gründung und alle weiteren Geschäfte im Zusammenhang mit juristischen Personen sind in der Regel keine Konsumentengeschäfte und unterliegen nicht der Preisbekanntgabeverordnung. Der Notar gibt gerne Auskunft über die einzelnen Tarife. Zu beachten ist der folgende Mindesttarif: Mindestgebühr für die Gründung einer AG oder einer GmbH: CHF 1'000.00.


 


9. Separat zu entschädigende Vorbereitungsarbeiten und Folgearbeiten (§ 3 BeurkGebV)
Insbesondere folgende Arbeiten werden zusätzlich zur Notariatsgebühr nach Zeitaufwand
verrechnet (CHF 250.00/h zzgl. MwSt):



Verfassen von:


  • Parzellierungen (einschliesslich Bereinigung von Dienstbarkeiten)

  • Pfandentlassungserklärungen

  • umfassenden Vollmachten

  • Nutzungs- und Verwaltungsordnungen für Stockwerk- oder Miteigentümergemeinschaften

  • Gründungsbericht, Kapitalerhöhungsbericht, Sacheinlagevertrag, Statuten für juristische
    Personen etc.



Sowie:


  • Einholen von Bewilligungen nach BGBB / LPG

  • Baulandumlegungen durch privatrechtliche Vereinbarung

  • ausführliche Rechtsberatung, die über das eigentliche Geschäft hinausgeht

  • Ermitteln der vorkaufsberechtigten Personen und Mitteilung des Vorkaufsfalles

  • Einreichen einer Verfügung von Todes wegen zur amtlichen Aufbewahrung

  • Abklärungen im Hinblick auf Wertgrenzen und die Zustimmungsbedürftigkeit eines Rechtsgeschäftes

  • Einholen von Zustimmungserklärungen

  • Gesuche um Genehmigung eines Rechtsgeschäftes oder um Feststellung einer Behörde im Hinblick auf die Genehmigungsbedürftigkeit eines Rechtsgeschäftes

  • Gesuch um Schatzungsverteilung

  • Treuhandfunktionen beim Vollzug beurkundeter Geschäfte



10. Auslagen (§ 9 BeurkGebV)
Für Kopien, Telefone, Porti, Reisespesen, nach Aufwand oder Pauschale



11. Generelle Hinweise: (§ 4, 5 und 8 BeurkGebV)
Die Gebühr darf angemessen nach Zeitaufwand (CHF 250.00/h zzgl. MwSt) erhöht werden, wenn die tarifgemässe Beurkundungsgebühr tiefer liegt, mit einer Beurkundung wiederholte
Verhandlungen, ein aussergewöhnlicher Zeitaufwand oder die Urkundsperson ausserhalb der üblichen Geschäftszeit/Büros beansprucht wird.


Bei der Beurkundung mehrerer Rechtsgeschäfte in der gleichen Urkunde wird die Gebühr von jedem Rechtsgeschäft gesondert berechnet.
Die Gebühr ist auch geschuldet, wenn die öffentliche Beurkundung nicht zum Abschluss gelangt. Diesfalls wird die Gebühr angemessen herabgesetzt.


 


SIGERIST ZUMBÜHL AMREIN, 1.1.2020